Miami Files

Ricardos Tagebuch: Proven Guilty 1

03. Mai

Padre en el cielo, ich danke dir. Ich danke dir! Es ist vorbei, die letzten Nachwirkungen abgeebbt. Es ist nicht in Worte zu fassen, wie erleichtert ich bin.

Jack White Eagle und Ximena hatten mir nach meiner Rückkehr schon Mut gemacht und erklärt, dank des Rituals, das die Jungs abgezogen haben, müssten die Effekte des Fluchs irgendwann verschwinden, aber trotzdem. Es in der Theorie zu hören, schön und gut, aber die leise Angst, dass es eben nicht weggehen würde, blieb doch.

Und ich kann auch kaum meine Dankbarkeit darüber ausdrücken, dass Totilas nicht von dem Fluch betroffen war. Er bildete meinen Rettungsanker, meine Verbindung zu den Jungs, sorgte dafür, dass ich mir nicht ganz so verloren vorkam. Das werde ich ihm nie vergessen, aber ich bin unaussprechlich froh, dass die Dinge jetzt wieder zum Normalzustand zurückgefunden haben.

Ein bisschen seltsam war es natürlich dennoch, die Jungs zum ersten Mal wieder zu treffen, peinlich berührt und besorgt, dass wieder alles hochkochen könnte… aber nein. Es ist wirklich und wahrhaftig vorüber. Danke!

Edward hat sich inzwischen von Cherie getrennt. Das heißt… die Beziehung beendet hatte sie ja schon vor längerer Zeit, aber nun hat Edward ebenfalls einen Schlussstrich gezogen. Er führte ein kleines Ritual durch, um für sich von Cherie loszukommen, und er gab ihr das Buch wieder, das noch bei ihm gelegen hatte und das er in der Lodge von Kirsty McGregor hatte signieren lassen, darin die Halskette, die sie ihm einmal geschenkt hatte, als Buchzeichen.

Puh. Sich mit Magie von seiner Ex-Freundin loszusagen, ist natürlich harter Tobak… aber ich bin mir nicht sicher, ob es nicht tatsächlich so besser für ihn ist. Darüber reden wollte er noch nicht so recht, und ich werde ihn sicher nicht drängen, aber vielleicht hat er ja doch noch irgendwann das Bedürfnis.


[es folgen diverse Einträge privater Natur, über Dates mit Dee, Unternehmungen mit Alejandra und der Familie, Treffen mit den Jungs etc.]


19. Juli

Edward hat von Miss Gruber gehört. Man hat sie aus dem Krankenhaus entlassen, und sie ist wieder soweit beieinander, will jetzt aber erst einmal einen längeren Rekonvaleszenz-Urlaub irgendwo machen, wo sie nicht schon wieder in seltsame Vorgänge hineingezogen wird.

Am Crater Lake hatten sich die Jungs übrigens, als ich unter Elenas Einfluss stand und mich von ihnen fernhielt, etwas genauer mit Miss Gruber über die Gesetze der Magie und die Auswirkungen dessen, was geschieht, wenn man sie bricht, unterhalten können.
Wenn ich Edward richtig verstanden habe, erklärte Vanessa es folgendermaßen: Die Seelen aller Menschen sind gewissermaßen in einem großen, magischen Netz miteinander verbunden. Und wenn man jemanden mit Magie tötet, dann reißt man dessen Seele aus dem Netz heraus und seine eigene gleich mit. Deswegen ist es Vanessa zufolge auch relativ gleichgültig, ob dieser Mord bewusst oder unbewusst geschieht, die eigene Seele ist damit – zumindest zu einem Stück – aus dem Netz entfernt, was es immer leichter macht, weitere Morde zu begehen.

Edward brachte das Gespräch dann noch darauf, ob es denn einen Weg gäbe, die Gesetze der Magie ungestraft zu brechen – er hielt seine Frage allerdings allgemein und sprach nur von „Gerüchten“, ohne Spencer Declan namentlich zu erwähnen – aber Vanessa kenne niemanden, der dazu in der Lage sei, sagte sie.

Mit Lila, Danny und Jeff, unseren drei jungen Autorenfreunden vom Crater Lake, sind wir übrigens weiterhin in Verbindung, gelegentlich jedenfalls. Eigentlich waren sie nach dem Tod der armen Edie ja zu viert, aber Colby hat das Öffnen seiner Sight an jenem Abend wohl gar nicht vertragen. Er verneine strikt, dass es das Übernatürliche gebe, und studiere jetzt Jura oder so etwas, und den Kontakt zu den anderen habe er so gut wie vollständig abgebrochen, erzählte Lila. Jeff hingegen verleugne das Übernatürliche zwar nicht, sei aber seit den Geschehnissen auf der Insel irgendwie deprimiert. Und Danny habe sich wieder gefangen. Er sei zwar immer noch überzeugt, dass Baumgeister zu seinen Vorfahren zählen, wolle aber wenigstens nicht mehr ständig in einem Blumenbeet stehen. Na immerhin.


[über mehrere Monate verteilt folgen hier weitere regelmäßige Einträge mit privatem Inhalt]


28. Februar

Spring Break. Oha. Meine eigene Studienzeit ist ja schon eine Weile vorbei, aber Yolanda sagte, sie wolle heute Abend mit ihren Kommilitonen auf eine Party am Strand gehen. Ich hoffe, sie ist vorsichtig, aber sie kann ja auf sich aufpassen. Ich selbst habe nichts groß geplant – sollte ich etwa langsam alt werden? Heh, ich hoffe doch nicht. Aber auf Besäufnisse am Strand kann ich gut verzichten, Dee klang auch nicht in der Stimmung danach, sich in den Spring Break-Wahnsinn stürzen zu wollen, und andere Mädels will ich gar nicht kennenlernen. Zumal der Spring Break doch sowieso nur eine Ausrede für sinnlose One-Night-Stands ist.

Dee war generell nicht nach Treffen heute abend, nicht mal für Kino oder essen gehen. Na dann. Mache ich mir eben einen gemütlichen Abend zuhause. Vielleicht komme ich ja ein wenig mit dem neuen Roman voran. Lustigerweise habe ich für den noch keinen Titel, auch wenn die ersten Kapitel, zumindest in der ersten Version, schon stehen, und ich eine recht solide Idee für den Handlungsbogen habe. Aber das kommt schon noch, denke ich.


Nachdem Alejandra im Bett war, produzierte ich tatsächlich den größten Teil eines weiteren Kapitels, ehe das Telefon klingelte. Edward. Seine Polizeikollegen hatten sich eben bei ihm gemeldet, und es gab ein Problem. Beim Spring Break. Und gar nicht lange darauf, ich hatte gerade Mrs. Carver von nebenan zum kurzfristigen Babysitten gewinnen können, meldete sich mein Handy erneut. Diesmal war es Roberto, der gerade einen Anruf von Lila bekommen hatte. (Die hatte sich vor ein paar Tagen schon mal bei uns gemeldet, weil sie mit ihren Kumpels zum Spring Break nach Miami kommt. Treffen wollen wir uns auf jeden Fall, haben nur bislang keinen genauen Termin ausgemacht.) Es gebe ein Problem. Am South Beach. War ja klar.

Wir trafen uns an einem der großen Parkplätze am South Beach, wo wir auf den ersten Blick sehen konnten, dass am Strand das völlige Chaos ausgebrochen war. Etliche der Partygänger schienen völlig ausgerastet zu sein und schlugen mit Fäusten, Bierflaschen und sonstigen Gegenständen, die sie gerade zu fassen bekamen, aufeinander und auf die panische Menge ein. Ein Mädchen mit wildem Haar und noch wilderen Augen hatte sich einen Sonnenschirm geschnappt und prügelte damit auf die Umstehenden ein, ein junger Mann trat planlos um sich, während ein anderer die Hände um den Hals seines Gegenübers hatte und ihn heftig würgte, bis man ihn mit Gewalt von seinem Opfer trennte, und selbst dann hörte er nicht auf zu kratzen und um sich zu schlagen.

Irgendwo in dem Chaos fanden wir Lila und Danny unversehrt, aber aufgelöst, denn Jeff war einer von denjenigen gewesen, die derart durchgedreht waren. Man hatte ihn soeben ins Krankenhaus abtransportiert. Überhaupt waren überall Sanitäter und Polizeikräfte zur Stelle, die versuchten, die Betroffenen unter Kontrolle zu bringen und Ruhe zu schaffen. Große Eile schien geboten, denn so ziemlich jede Bahre, die ich sehen konnte, wurde im Laufschritt hoch zu den wartenden Krankenwagen getragen.

Lila und Danny sammelten Jeffs Hund Snowball ein, der oben bei den Autos an einer Parkuhr angebunden war, und folgten Jeff dann ins Krankenhaus. Wir hingegen beschlossen, der Spur der ausbrechenden Gewalt zu folgen, denn diese schien sich allmählich den Strand entlang nach Süden zu ziehen.

An einer Stelle, wo alles noch ruhig schien, hielten wir an. Und mussten tatsächlich nicht lange warten, bis ein junger Asiate, der sich eben noch im Gespräch mit seinem Date befand, urplötzlich sein Glas in der Hand zerdrückte und anfing, wild um sich zu schlagen. Das Mädchen, mit dem er da gestanden hatte, schrie auf und rannte davon, während wir uns auf ihn warfen, um ihn aufzuhalten.

Der junge Mann fühlte sich fiebrig-heiß an, und sein Kopf war hochrot. Wir hatten alle Mühe voll zu tun, um ihn niederzuringen, und im Verlauf des Kampfes schlug ich ihm derart auf die Nase, dass diese zu bluten begann. Edward, nicht faul, fing etwas von dem Blut auf, während wir den Jungen mit Mühe festhielten. Ebenso unvermittelt, wie er ausgeflippt war, sackte er dann plötzlich auch wieder zusammen. Einige Zuckungen, dann lag er still, und uns war klar: Er war tot. Auch die Sanitäter, die gleich darauf angerannt kamen, weil sich in diesem Teil des Strandes noch etliche weitere Vorfälle dieser Art ereignet hatten und die Helfer sich jetzt auf diesen Bereich konzentrierten, konnten nichts mehr für den Jungen tun.

Während die Leiche weggetragen wurde, ging ich Yolanda suchen. Es war gar nicht so leicht, sie in dem ganzen Aufruhr zu finden, denn zu den Durchgedrehten und den Rettungshelfern kam jetzt ein immer größeres Aufgebot an Polizisten, die neben ihren Versuchen, die Betroffenen unter Kontrolle zu bringen, auch Umstehende verhafteten bzw. zur Befragung mitnahmen. Ich hatte Yolanda eben gefunden und zu meiner Erleichterung festgestellt, dass ihr nichts zugestoßen war, als sie bemerkte, wie einer ihrer Freunde ebenfalls von der Polizei mitgenommen werden sollte. Da dieser Freund schwarz war, schritt Yolanda mit einer schneidenden Bemerkung von wegen Repressalien gegenüber der farbigen Bevölkerung ein – und wurde prompt ebenfalls zur Befragung aufs Revier gebracht.

Dagegen tun konnte ich erst einmal nichts, aber ich war auch froh, dass meine Schwester damit aus der direkten Gefahrenzone kam. Inzwischen war unter den Polizeikräften die Parole ausgegeben worden, dass der Strand von Zivilisten zu räumen war, und dabei halfen wir dann, sobald Edward seinen Kollegen gegenüber unsere Gegenwart erklärt, um nicht zu sagen verteidigt, hatte.

Während wir noch da am Strand versuchten, ein wenig Ordnung ins Chaos zu bringen, bemerkte Roberto seine beiden ganz speziellen Freunde, Sir Kieran und Edelia Calderón, die, offensichtlich noch immer ein Paar, das Treiben aus einiger Entfernung stirnrunzelnd beobachteten. Edward hingegen sah Antoine, der gerade dabei war, sich unauffällig vom Ort des Geschehens abzusetzen. Edward rief bei ihm an, aber Antoine drückte den Anruf unbeantwortet weg. Daraufhin versuchte Roberto es von seinem Handy aus ebenfalls, und diesmal wurde tatsächlich abgehoben – aber es war ein Fremder am Apparat, nicht der Fae. Alex ging den Jungen suchen und nahm ihm das Handy wieder ab – oder genauer, das Handy ließ er ihm zwar, löschte aber alle Daten und entfernte die Karte daraus.

Als die Aufräumarbeiten dann soweit beendet waren, riefen wir bei Lila an. Es dauerte eine Weile, bis sie ans Telefon ging, und als sie es tat, klang ihre Stimme erstickt und verweint. Jeff hatte es nicht geschafft, war im Krankenhaus gestorben.
Roberto bot Lila sofort an, dass sie bei ihm übernachten könne, was diese dankbar annahm. Jeffs Hund Snowball hingegen kam für die Nacht bei Edward unter. Der kann sich ja mit Hunden verständigen – was heute Abend und unter diesen Umständen sicherlich nicht sonderlich angenehm für ihn ist.

Oh, und heute Abend ist noch etwas Seltsames passiert. Nur eine Kleinigkeit im Vergleich zu dem, was da sonst so abging, aber trotzdem. Am Strand waren auch Edwards Kollegen, Salvador Herero und Suki Sasamoto, anwesend. Sie sahen sich die Tatorte an, halfen Leuten aus dem Wasser. Und irgendwann murmelte Herero geistesabwesend etwas von wegen „Irgendwas an der Sache riecht fishy.“ Woraufhin Suki Sasamoto ihren Partner anfuhr, was das denn bitte heißen solle. „Na komisch halt“, erklärte Salvador. Was Suki aber nicht besänftigte. „Fische riechen nicht komisch!“ Hmmm. Sollte Herero da etwa einen wunden Punkt getroffen haben? Edward schnupperte und stellte unter den ganzen Menschendüften wie Shampoo, Duschgel und Deodorant tatsächlich einen leichten Geruch nach Fisch fest. Ob die gute Detective Sasamoto etwa eine Nixe ist? Oder eine Halbnixe oder so etwas?


Mierda. La cabezonería de mi hermana! Ich bin heute morgen gleich zu Yolanda, wollte mich natürlich vergewissern, dass sie gut nachhause gekommen war. Aber ganz offensichtlich war sie noch gar nicht zuhause gewesen. Ich fuhr also zum Polizeirevier am South Beach, wo ich mit ein wenig Freundlichkeit erreichte, dass Yolanda gleich befragt werden würde, anstatt erst als Letzte drangenommen zu werden, weil die Beamten dank ihres Geredes von Repressalien auf stur geschaltet hatten.

Meine Schwester jedoch war völlig indigniert, dass Leute im Anzug (Hemd und Hose, bitte, ich renne doch an einem ganz normalen Tag nicht im Anzug rum!) und mit einem bekannten Gesicht nur die Promi-Karte ausspielen mussten, um eine Vorzugsbehandlung zu kassieren. Also nein, sie würde sich als Letzte befragen lassen, wie jede andere normale Bürgerin auch, und sie würde auf ihren Kumpel warten, vielen herzlichen Dank. Und damit setzte sie sich demonstrativ wieder auf die Bank, verschränkte die Arme und beachtete mich nicht weiter. Woraufhin ich nichts weiter machen konnte, als zu verschwinden. Na dann fahre ich jetzt eben zu den Jungs. Mal hören, wie es denen heute vormittag so ergangen ist.


Auf der Polizeistation war, wie nicht anders zu erwarten, nach der ganzen Aufregung gestern die Hölle los gewesen: Sergeant Book wütend, und zwar richtig wütend, aufgebrachter, als Edward ihn je gesehen hat, sagte er. Der alte Polizist schimpfte lautstark auf Pan und schickte Edward dann los, herauszufinden, was da vor sich gehe.

Im Intranet der Polizei werden bei wichtigen Fällen so genannte „Datenräume“ eingerichtet, gesonderte Bereiche, in denen die ermittelnden Beamten alle Informationen über den jeweiligen Fall zusammentragen können. Auch für die Ereignisse der gestrigen Nacht ist ein solcher Datenraum eingerichtet worden, sagte Edward, aber da der Fall derzeit nicht beim SID, sondern beim Drogendezernat liegt, hat Edward zunächst keinen Zugang darauf. Den wollte sein Partner für ihn beantragen; Henry ist immerhin sehr effizient in diesen administrativen Dingen, wie wir alle wissen.

Statt dessen fuhr Edward heim und untersuchte das Blut des durchgedrehten Studenten. Er stellte fest, dass der junge Asiate betrunken gewesen war und etwas Scharfes gegessen hatte, außerdem ließ sich eine Droge in dem Blut nachweisen (welche genau, das konnte Edward mit seinen Mitteln allerdings nicht sagen). Und es gab da irgendeine magische Komponente, die Edward aber auch nicht näher bestimmen konnte.

Roberto hatte inzwischen auch Danny einen Schlafplatz bei sich angeboten, solange er und Lila in der Stadt sind, und sich mit den beiden auch nochmal eingehender über die Ereignisse des vorigen Abends unterhalten, genauer gesagt über Jeff. Der hatte ja letztes Jahr auf Wizard’s Island einen Nervenzusammenbruch erlitten und war anschließend in Therapie gekommen. Diese Therapie hatte er aber abgebrochen, die unterschiedlichsten Drogen ausprobiert, aber nichts schien wirklich zu helfen. Über den Nervenzusammenbruch an sich war er zwar hinweg, aber er wirkte niedergeschlagen, und nichts konnte ihn aufmuntern. Über seine Erlebnisse, über das, was er auf der Insel mit seiner Sight gesehen hatte, redete er nicht, und es kam Lila und Danny so vor, als könne er nicht darüber reden, als gebe es irgendeine Magie, die ihn daran hindere.
Jeffs Kindheit muss wohl sehr schwer gewesen sein, mit Kinderheim, Pflegefamilie, dergleichen, aber auch darauf konnte oder wollte er nie näher eingehen.

Nach Miami waren die drei Freunde nicht nur wegen des Spring Break gekommen, sondern auch, weil sie hier in der Stadt mit einem Magier in Kontakt gewesen seien, den sie vielleicht hatten treffen wollen. Der sei aber jetzt nicht in der Stadt, sondern abgetaucht, weil er Ärger habe, aber er habe einen Ort erwähnt, einen Buchladen. Richard sei sein Name gewesen.

Oha. Richard? Richard Raith etwa? Genau der. Und das war nun ein Name, mit dem in diesem Zusammenhang keiner von uns gerechnet hatte. Aber gut, gerade nicht zu ändern, denn erstens haben wir derzeit andere Dinge um die Ohren und zweitens ist Totilas’ Vater ohnehin im Moment untergetaucht und wird nicht ohne Weiteres zu finden sein. Aber das ist definitiv eine Information, die wir keinesfalls aus den Augen verlieren sollten.

So auf den neuesten Stand gebracht, fuhren wir zum South Beach, weil Alex nachsehen wollte, ob der Junge vielleicht einen Geist hinterlassen hatte. Und das hatte er tatsächlich. Er – Mike war sein Name – konnte erst gar nicht recht verstehen, dass er tot sein sollte, und als die Tatsache dann zu ihm durchdrang, war er natürlich erst einmal fassungslos. Aber er sprach bereitwillig mit uns.

Ja, er hatte eine Droge genommen, die er von einer jungen Frau mit brauner Haut und leuchtend grünen Augen erhalten hatte: rötliche Kristalle, die man in einer Pfeife rauchte. Und kurze Zeit darauf sei er unglaublich wütend geworden. Mehr wusste er nicht mehr.

Alex ließ Mikes Geist in seinen Körper, damit der Junge eine letzte SMS an seine Familie schreiben konnte, dann öffnete er dem Jungen ein Portal, damit der Geist hindurchgehen und Ruhe finden konnte.

Wo wir aber schon mal am Strand waren, bot es sich an, als nächstes Pan und seinem Hof einen Besuch abzustatten, wo Roberto in seiner Rolle als Titanias Richter von den versammelten Sommerfeen sofort Platz gemacht bekam. Da fällt mir ein: Unser Roberto hat einen neuen Mantel – auf der Rückfahrt vom Crater Lake letztes Jahr hat er den aus San Francisco mitgebracht. Dieser Mantel muss wohl früher mal Valentino Liberace gehört haben, und anscheinend hat er tatsächlich magische Eigenschaften, denn er wechselt das Aussehen je nach Anlass. Und egal, wie schrill und bunt das Ding auch jeweils gerade sein mag (sprich sehr, in den meisten Fällen), er wirkt immer genau dem jeweiligen Anlass angemessen. Auch diesmal in Pans Palast. Ich kann gar nicht beschreiben, wie, aber der Mantel war golden und mit Pailletten besetzt und wirkte dennoch sehr würdevoll und richterlich.

Zuerst trafen wir auf Sir Anders, der uns, bzw. Roberto, gleich fragte, ob wir denn auch an dem Turnier teilnehmen würden. Was für ein Turnier, wollten wir natürlich gleich wissen. Tjosten auf Surfboards, war Sir Anders’ wenig amüsierte Antwort. Diese glorreiche Idee habe Colin Pan in den Kopf gesetzt, und der Sommerherzog habe diesen Vorschlag seines ersten Ritters sofort begeistert aufgenommen.

Nachdem Roberto erklärt hatte, dass er nicht die Absicht habe, sich auf ein Surfboard zu stellen und darauf mit Lanzen herumzufuchteln, fragten wir Sir Anders nach den Drogen, die am letzten Abend am Strand in Umlauf gebracht worden waren. Der wusste aber nur von Antoine als einzigem, der für den Sommerhof Drogen in den Umlauf bringe – und dieselbe Antwort erhielten wir auch von Sir Kieran und Pan selbst, als wir mit denen sprachen. Die hohen Sidhe wie Kieran und Anders mögen Pan und seine Ausschweifungen nicht sonderlich, war aus ihren Aussagen herauszuhören, aber wirklich weiterhelfen konnten sie uns nicht. Nur dass es wohl einen Zwist zwischen Pan und Antoine gegeben habe, erwähnten sie nebenbei. Auch Pan blieb herzlich gelassen, zog sich vollkommen auf den Standpunkt zurück, dass Roberto als Titanias Richter das schon alles klären werde, und empfahl uns, Antoine zu finden. Als wir den Sommerherzog auf den Streit mit Antoine ansprachen, meinte er nur, er habe Antoine angewiesen, ihm zu sagen, wo er sein „Zeug“ her beziehe, aber der habe sich geweigert.

Nachdem in Pans Palast fürs Erste nichts groß weiter herauszufinden war, wollten wir – sprich Alex – mit Jeffs Geist reden. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser hier zurückgeblieben war, war laut Alex nämlich ziemlich groß. Im Krankenhaus fanden wir ihn nicht, dafür aber am Strand (hätten wir uns ja eigentlich denken können). Dort war nach den gestrigen Ereignissen übrigens nicht nur Jeff zu finden, sondern anscheinend jeder einzelne an den Folgen dieser seltsamen Drogen gestorbene Geist. Wobei – von den ca. 60 Toten waren etliche schon weitergegangen, aber ein Teil der Geister war noch am Strand anwesend.

Als Alex Jeff fand und ansprach, wusste der schon, dass er tot war. Auch er hatte diese roten Kristalle geraucht, wie alle Geister hier. Dann sei ihm plötzlich richtig heiß geworden, und eine unbändige Wut habe ihn überkommen. ‚Scarlet’ habe das Zeug geheißen, sagte Jeff. Die Droge habe er von einem Typen mit Hörnern bekommen – die Hörner habe aber außer ihm keiner sehen können. Insgesamt hätten etwa drei bis fünf Leute das Scarlet verteilt, Männer und Frauen.

Mehr konnte Jeff uns über die Vorfälle des gestrigen Abends auch nicht erzählen, aber wir befragten ihn noch zu dem, was Lila und Danny uns berichtet hatten, zu seinen Depressionen in Reaktion auf die Ereignisse am Crater Lake. Jeff erzählte, er habe Lücken, Dinge, die ihm irgendwie fehlen würden. Und bei dem Ritual auf Wizard Island sei ihm das zum ersten Mal aufgefallen, habe er durch die Sight gesehen und gespürt, dass ihm etwas fehle. Nein mehr noch, dass man ihm etwas genommen habe, dass er aber nicht sagen könne, was genau. Die Löcher, die er auf Wizard Island an sich gesehen hatte (und die auch Alex jetzt an seinem Geist erkennen konnte), hätten zu seinem Nervenzusammenbruch geführt. Die Therapie habe er dann allerdings abgebrochen, weil die Ärzte ihm ohnehin nicht geglaubt hätten, wenn er versucht hätte, die Wahrheit zu sagen – was er aber auch gar nicht konnte. Irgendein Zwang hinderte ihn daran.

Alex bot Jeff an, ihn auf die nächste Ebene weiterzuschicken, doch der Junge lehnte ab. Er wolle hier bleiben, zumindest für’s Erste, denn er habe das Gefühl, da sei noch etwas unerledigt. Und vielleicht ist dieses Fehlende, dieses Unerledigte, ja auch der Anker, der ihn hier hält.

Nachdem wir unser Gespräch mit Jeff beendet hatten, ging Alex auch mit den anderen Geistern reden. Das machte er aber alleine, ohne uns – er meinte, er wolle versuchen, so viele wie möglich von ihnen weiterzuschicken, und das würde für uns vermutlich eher nicht so interessant.

Außerdem erklärte Edward, dass seine eigene magische Analyse von Mikes Blut noch Fragen offen gelassen hätte, die das Polizeilabor, wo das Blut des Jungen ja auch untersucht worden war, vielleicht beantworten konnte. Wir übrigen fuhren also mit Edward zum Revier und hatten uns eigentlich schon auf eine längere Wartezeit gefasst gemacht – aber so lang dauerte es gar nicht, bis unser Kumpel wieder herauskam. Oder besser: Zuerst kam Sergeant Book mit rotem Gesicht aus dem Gebäude gestürmt, stapfte zu einem Auto, knallte die Fahrertür beim Einsteigen so vehement zu, dass das ganze Fahrzeug vibrierte, und fuhr davon. Es folgten Suki Sasamoto und Salvador Herero, langsamer und sichtlich amüsiert, mit Edward, der zu uns herüberkam, während seine beiden Kollegen in einen anderen Wagen stiegen.

„Zu Pan!“, knurrte Edward, ehe er uns unterwegs erzählte, was sich im Revier abgespielt hatte.
Bis ins Labor war er gar nicht gekommen, weil Sergeant Book ihn abgefangen und nach seinen bisherigen Ermittlungsergebnissen befragt hatte. Als Edward den Drogenverteiler erwähnte, bei dem es sich angesichts der von Jeff erwähnten Hörner wohl um einen von Pans Satyren gehandelt haben muss, schaltete Book in den Hulk-Modus. Er lief rot an und brüllte los, dass er es Pan lange genug habe durchgehen lassen, aber dass es jetzt reiche! Und dann stürmte er zu seinem Auto, wie wir das ja gesehen hatten.

Suki und Salvador grinsten sich währenddessen an und machten Anstalten, dem Sergeant zu folgen, um das Spektakel nicht zu verpassen; anscheinend kennen sie ihn schon etwas länger. Und sie sagten Edward etwas, das dieser, in all seinen Jahren Arbeit für das SID, bislang noch nicht erfahren hatte: Dass Book nämlich ein Kobold sei. Und wenn den erst einmal etwas aufscheuche, dann werde es „lustig“.

Am Strand angekommen, stießen wir auf Alex, der anscheinend gerade eben Anstalten hatte machen wollen, bei uns anzurufen. Er hatte den Übergang von etlichen der Geister auf die Art und Weise beschleunigt, indem er sie in seinen Körper ließ, damit sie wenigstens ein letztes Bier trinken konnten, ehe sie gingen. Und wie gesagt, es waren eine Menge Geister da am Strand. Mit anderen Worten, Römer und Patrioten, unser Alex war sturzbetrunken – ein Zustand, den wir an unserem sonst so beherrschten Freund wohl auch so bald nicht mehr erleben werden.

Sergeant Book stapfte währenddessen unbeirrbar weiter, wir hinterher. Je näher er dem Palast kam, umso lauter wurden seine Schritte, umso mehr vibrierte der Boden unter seinen Füßen, und als wir ins Nevernever hinübergewechselt waren, wandelte sich auch Books Aussehen tatsächlich zu dem eines Kobolds.

Der alte Polizist konfrontierte Pan aufs Heftigste. Es sei seine Aufgabe, die Stadt zu beschützen, aber das, was Pan täte, sei das genaue Gegenteil davon – 60 Menschen tot! Der Sommerherzog hingegen tat auch jetzt wieder genau das, was er schon bei unserem ersten Besuch getan hatte: Er zog sich Book gegenüber komplett auf „seinen Richter“ zurück, der den Fall für ihn untersuche und lösen werde. Und es bereitete Roberto sichtliches Vergnügen, dagegenzuhalten. „Nicht dein Richter. Titanias.“

So oder so jedenfalls versprach Pan dem Sergeant, dass das Hohe Gericht sich mit dem Fall befassen werde: je ein Richter aus dem Sommer- und dem Winterhof sowie einer für die Wyldfae. Und erst, nachdem Pan zugesagt hatte, dass dieses Hohe Gericht sich in drei Tagen zusammenfinden werde, war Book einigermaßen – ich will nicht sagen besänftigt oder zufriedengestellt, aber er stapfte davon, ohne dass es zu Gewalttätigkeiten kam.

Edward hingegen rutschte eine Bemerkung heraus. Ich meine, angesichts von Edwards Temperament ist eine bloße Bemerkung ja eigentlich der Gipfel an Zurückhaltung. Aber diese hatte es in sich. Edward verglich Pan nämlich mit Jeffs Spitz. Nur dass Pan nicht wusste, dass ein Hund gemeint war, als Edward „Snowball“ sagte. Der Fae hörte nur „Schnee“ – und war auf den Tod beleidigt. Ihn, einen Herzog des Sommers, zu vergleichen mit dem Inbegriff des Winters?!

Entrüstet stellte Pan Edward vor die Wahl. Entweder er würde sich nie wieder vor ihm blicken lassen – oder er nähme an dem Turnier teil, von dem wir schon gehört hatten. Na toll. Edward hat zwar keinerlei Ahnung vom Surfen, aber wenn er sich nicht jeden Weg in Pans Palast verbauen will, dann wird er wohl oder übel zumindest einen Versuch machen müssen.

Sasamoto und Herero waren mit ihrem Sergeant wieder abgezogen, aber wir wollten die Bewohner von Pans Palast noch ein wenig genauer zu diesem ‚Scarlet’ befragen, jetzt wo wir wussten, dass wohl ein Satyr unter den Verteilern gewesen war. Dummerweise nur wollte niemand etwas gesehen haben. Die verschiedenen Drogen stünden einfach so allen hier zur freien Verfügung, und diejenigen Drogen, die zum Verteilen gedacht seien, stünden auch einfach so da, und die Verteiler nähmen sie dann mit.

Im Gegensatz zu unserem Besuch am Vormittag, bekamen wir diesmal Ritter Colin zu fassen, der wusste aber auch nichts. Sagte er jedenfalls. Und wir redeten nochmal mit Sir Anders und Sir Kieran, die wussten nur immer noch nicht mehr als zuvor. Sie wiederholten nur noch einmal, dass sie nicht viel von den satyrhaften Ausschweifungen am Hofe hielten, und fügten hinzu, dass sie selbst auch keine Drogen nähmen. Und wo die immer herkämen, das könnten sie nicht sagen, denn die hohen Sidhe kümmerten sich nicht um das, was die Dienerschaft tue. Aber übergeordnet sei Pan selbst dafür verantwortlich, dass immer genug Wein und Gespielinnen und Drogen da seien.

Also fragten wir Pan. Wo kämen die Drogen denn her? Die seien halt da. Also erscheinen sie einfach aus der Luft? Nein, die Diener tragen sie rein. Woher? Keine Ahnung. Wo Diener eben Sachen herholen.

Na gut. Dann eben zu den Dienern. Wo holten sie die Sachen her? Aus dem Vorratsraum. Und wer sorge dafür, dass der immer gefüllt sei? Na die Herrschaften. Der Herzog.
Ungefähr so muss sich ein Hamster im Laufrad fühlen.

Wir also nochmal zu Pan. “Wer hält den Vorratsraum gefüllt?” Verständnisloses Gesicht seitens des Herzogs. „Es ist Sommer!“
Waaaaah. Als ob das eine aussagekräftige Antwort wäre. Andererseits… Es sind Feen. Vermutlich ist das sogar tatsächlich eine aussagekräftige Antwort.

Als nächstes gingen wir die Satyre befragen, die auf dem Strand die Drogen verteilten. Aber auch die wussten nichts Genaues. Das Zeug sei einfach da gewesen.
Dann fiel mir aber ein, dass da nicht nur Satyre gewesen waren, sondern dass Mike, der asiatische Student, auch von einem braunen Mädchen mit leuchtend grünen Augen gesprochen hatte. Also fragte ich die Satyre nach denen, und ja, sie sei auch eine der Palastbewohnerinnen. Grinsend und zwinkernd schickten sie das Mädchen zu uns.

Sie war eine Nymphe, und es war gar nicht so leicht, sie dazu zu bekommen, dass sie mir zwischen all dem Gekichere und den Avancen, die sie uns machte, auch Antworten auf meine Fragen gab. Aber ich bekam heraus, dass die Schale mit den roten Kristallen ganz normal neben den anderen Substanzen gestanden hatte, als wären sie von einem der üblichen Lieferanten angebracht worden. Wer liefere denn Pans Hof alles Drogen, war meine nächste Frage daraufhin. Antoine, die Raiths, Orféa Baez und Ciceron Linares, kam die Antwort des Mädchens. Ich stellte ihr noch weitere Fragen, die sie auch alle bereitwillig, wenngleich mit Umschweifen, beantwortete, aber wirklich Neues ergab das alles nicht.

Wir ließen uns von ihr dann den erwähnten Vorratsraum zeigen, wo in einer Schale noch ein letzter Rest von dem Scarlet lag. Eigentlich wollte sie erst nichts davon herausrücken, tat es aber dann doch.

Und dann… dann lächelte die Nymphe mich an und meinte „So… und jetzt die Gegenleistung“ – und ich schwöre beim Allmächtigen, erst in diesem Moment wurde mir klar, was für einen kapitalen Fehler ich gerade gemacht hatte.
Eine Fee. Eine Nymphe. Die mir gerade mit der Beantwortung meiner Fragen einen Gefallen getan hatte, oder zumindest legte sie das so aus, daran ließ sie keinen Zweifel. Ich versuchte, mich darauf herauszureden, dass sie mir ja nicht weitergeholfen habe, mir keine Informationen gegeben hätte, die ich nicht ohne sie auch schon gehabt hätte. Aber nein. Sie hatte mir geholfen und wollte nun ihren Lohn – und außerdem hätte sie mir ja das Scarlet gegeben!

Wenn ich ging… würde ich bei dieser Fee in der Schuld stehen. Und so wenig ich im allgemeinen vielleicht auch wissen mag, dass ich nicht bei einer Fee in der Schuld stehen möchte, das weiß inzwischen sogar ich. Und schon gar nicht bei einer Sommerfee, die sich, auf diese Art von mir zurückgewiesen, vielleicht mit Lady Fire zusammentun könnte oder ähnliches…

Ich blieb. Dios, perdona me, ich blieb. Ich versuchte zwar mit all meiner Kraft, es bei ein paar Küssen zu belassen, aber… Tío, sie war eine Nymphe. Wunderschön und warm und anschmiegsam und voller Lebenslust. Und ich, bei all meinem Wollen, zu schwach. Es blieb nicht bei den Küssen.

Die Jungs waren natürlich vorausgegangen, und nachdem das Mädchen – O Dios, ich weiß nicht einmal ihren Namen – sich kichernd verabschiedet hatte, verließ ich den Palast ebenfalls. Oder besser, ich wollte den Palast verlassen, denn vor der Kammer traf ich auf George. Er sah mich mit schiefgelegtem Kopf an, seine Haltung eine Mischung aus mitfühlend und neugierig.

„Eine komische Sache ist das“, fing er unvermittelt an, „aber euch Menschen muss sie gefallen, denn du machst sie im Traum auch immer. Nur mit jemand anders.“
Ich konnte spüren, wie ich verlegen wurde – oder noch verlegener, genauer gesagt. Aber naja, dass George meine Träume sieht und kennt, das ist ja nichts Neues.
„Diese Träume hast du öfter“, fuhr George fort. „Wie die Feuerträume.“
Bei der Erwähnung von ‚Feuer’ schüttelte es mich, und ich gab ihm die Erlaubnis, jegliches Feuer, das in meinen Träumen auftauchte, aufzufressen. Wobei er das ja ohnehin schon tut, das weiß ich auch.
„Diese Sache hast du letztens im Traum auch wieder gemacht“, sagte George dann, „mit Lady Fire.“

Was z…!?! Da war er wieder, der Comic-Cardo mit der heruntergeklappten Kinnlade. Ich musste hörbar nach Luft schnappen, bis ich mich wieder einigermaßen gefangen hatte. „Da weiß ich gar nichts von.“
Und George sah mich nur an, mitfühlend und freundschaftlich, und nickte. „Ich weiß.“

Was. Zum. Geier?

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Timberwere

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